Zooexkursion im Rahmen von Ada on Tour: Lernen, Hinterfragen und Entdecken

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ada on Tour“ verbrachten die Teilnehmerinnen kürzlich einen spannenden und lehrreichen Tag im Zoo. Ziel des Ausflugs war es, Tiere nicht nur zu beobachten, sondern sich kritisch, reflektiert und gemeinsam mit einem komplexen Themen wie u.a. Artenschutz und Tierwohl auseinanderzusetzen.
Zum Auftakt sorgten kurze Kennenlernspiele für eine offene und angenehme Atmosphäre. Anschließend arbeiteten die Teilnehmerinnen in Kleingruppen an verschiedenen Aufgabenstellungen, die sie über den Tag hinweg begleiteten.

Differenzierter Blick auf den Zoo

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der kritischen Auseinandersetzung mit der Frage, wie Tiere im Zoo leben. Während eines gemeinsamen Rundgangs von Gehege zu Gehege beschäftigten sich die Gruppen mit unterschiedlichen Beobachtungsschwerpunkten. Im Fokus standen unter anderem Fragen nach Platz und Bewegungsfreiheit, dem Verhalten der Tiere, der Gestaltung des Lebensraums sowie dem Einfluss des Besucherverhaltens.
Auch mögliche Verbesserungsvorschläge wurden gesammelt: Was ist bereits gut gelöst? Wo gäbe es aus Sicht der Teilnehmerinnen Entwicklungspotenzial?
Durch die intensive Auseinandersetzung entwickelten die Teilnehmerinnen ein differenziertes Verständnis für die Herausforderungen, mit denen Zoos konfrontiert sind, sowie für die damit verbundenen ethischen Fragestellungen.

Nach dem inhaltlich dichten Vormittag folgte eine gemeinsame Mittagspause. Hier war Zeit für Erholung, Gespräche und eigenständiges Erkunden – sei es auf dem Spielplatz, im Streichelzoo oder bei einem Rundgang durch den Zooshop.

Blick hinter die Kulissen

Am Nachmittag erhielten die Teilnehmerinnen im Rahmen einer Führung spannende Einblicke in den Zooalltag. Begleitet wurden sie von einem Zoo‑Mitarbeiter, der eine Ausbildung zum Tierpfleger absolviert hat und derzeit Veterinärmedizin studiert. Er beantwortete zahlreiche Fragen und ordnete gängige Vorstellungen über Zoos fachlich ein. Dabei wurde erläutert, dass Tiere heute in der Regel nicht aus der freien Wildbahn entnommen werden, sondern überwiegend aus anderen Zoos stammen, etwa im Rahmen koordinierter Zuchtprogramme. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei verletzten Tieren, werden Tiere aus der Natur aufgenommen. Die Führung verband Perspektiven aus der Praxis mit Raum für kritische Nachfragen und Diskussionen.

Ein Projekt im Zeichen von Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Der Besuch des außerschulischen Lernorts Zoo ist Teil des Projekts „Klimaschutz und Nachhaltigkeit für junge Entdeckerinnen – Gendersensibles BNE‑Projekt für Schülerinnen von 10–14 Jahren“. Das Projekt wird im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zur MINT‑Förderung durch die Ministerien aus den Bereichen Bildung, Frauen, Klimaschutz, Wirtschaft und Wissenschaft gefördert. Ziel ist es, junge Mädchen frühzeitig für Fragen der Nachhaltigkeit, des Umwelt‑ und Klimaschutzes sowie für MINT‑Themen zu sensibilisieren und zu begeistern.
Durchgeführt wird das Projekt von der Forschungsgruppe Informatik und ihre Didaktik in Kooperation mit dem Ada‑Lovelace‑Projekt der Universität Koblenz.

Positives Fazit

Der Zoobesuch erwies sich für alle Beteiligten als bereichernde Erfahrung. Neben der Freude am gemeinsamen Erleben konnten die Teilnehmerinnen eigene Fragen einbringen, neue Perspektiven entwickeln und gesellschaftlich relevante Themen wie Artenschutz, Tierwohl, Nachhaltigkeit, Verantwortung des Menschen gegenüber Natur und Umwelt, Bildungs- und Forschungsaufgaben von Zoos sowie den Umgang mit natürlichen Lebensräumen reflektiert bearbeiten.
Der Ausflug zeigt beispielhaft, wie außerschulische Lernorte genutzt werden können, um Mädchen nachhaltig für Bildung, Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung zu stärken.

lowenwelpen 20 11 2021

Bild: Zoo Neuwied

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