Zum Abschluss der CyberMentor Plus Schul-AG an der Blandine-Merten-Realschule Trier verbrachten die Teilnehmerinnen einen interessanten und lehrreichen Tag auf dem Bienengelände der Universität Trier. Nachdem die Schülerinnen sich im Laufe des Halbjahres mit mathematischen Spielen und Knobeleien und dem Programmieren von Stickmustern über die Programmierumgebung „Turtlestitch“ beschäftigt haben, bildete eine kurze Forschungseinheit zu Wildbienen den Abschluss des Schuljahres.
In der vorhergegangenen AG-Stunde beschäftigten sich die Schülerinnen mit dem Begriff der Wildbiene und daran anknüpfend auch mit ihrer bekanntesten Vertreterin: der Honigbiene. Mithilfe verschiedener Stationen forschten die Schülerinnen zur Anatomie der Honigbiene, ihren unterschiedlichen Lebensphasen und ihrer Relevanz im Hinblick auf die Bestäubung. In einer Schaubeute konnten die Teilnehmerinnen als Vorbereitung für die Exkursion in aller Ruhe die verschiedenen Zelltypen suchen und auch Arbeiterinnen, Drohnen und die Königin unterscheiden.
Den Auftakt der Exkursion bildete ein Vortrag auf dem Bienengelände der Universität als kurzer Einblick in das Leben einer Imker*in mitsamt aller alltäglichen Tätigkeitsfelder und Werkzeuge einer Imker*in, den verschiedenen Bienenkrankheiten, den spezielleren Arbeiten wie der Honigernte oder des Markierens einer neuen Königin und natürlich auch wie man die Bienenhaltung möglichst gesund, nachhaltig und tiergerecht gestaltet. Danach ging es wieder ans Forschen für die Teilnehmerinnen. In Kleingruppen konnten sie selbst in das Leben einer Honigbiene eintauchen und über den Bienentanz ihren Mitbienen verraten, wo sie Futter finden. Auch mathematische und physikalische Aspekte des Bienenlebens wurden von den Schülerinnen ergründet. Hierbei stellten sie sich der Frage, warum Waben eine sechseckige Struktur haben, und prüften mithilfe von Parkettierungen und Statiktests, ob dies wirklich die optimale Form ist. Sie enträtselten ebenfalls, wie ein Honigbienenvolk die kalten Temperaturen des Winters und die heißen Temperaturen des Sommers las wechselwarme Tiere überstehen. Die Teilnehmerinnen beschäftigten sich auch mit der Verbindung zwischen Bienen und Nachhaltigkeit und setzten diese direkt praktisch in Form von selbsthergestellten Bienenwachstüchern um. Und natürlich fehlte ihnen dann noch als angehende Bienenexpertinnen die wichtigste Expertise: die Bestimmung von Honigproben. Hierbei ging es nicht nur um die Einschätzung „lecker oder nicht lecker“, sondern eine differenzierte Betrachtung der Honigproben in Geschmack, Farbe und Konsistenz mithilfe eines Bestimmungsschlüssels. Den Abschluss des Tages bildete der Blick in einen echten Bienenstock. Voll ausgerüstet und natürlich Stich-geschützt durch Imker*innenanzüge schauten sich die Schülerinnen das Innere des Honigraums und der Bruträume des Bienenstocks an, konnten ihr Wissen zu den Zelltypen und Honigbienen-Typen praktisch anwenden und selbst erfahren, wie schwer ein voller Honigrahmen ist.
Die Exkursion und auch die AG als Gesamtes erwies sich als bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten. Die Schülerinnen erhielten Einblicke in verschiedene Teilbereiche des MINT-Feldes und konnten gerade bei der Exkursion auch Verbindungen zwischen den Bereichen erleben. Die Schülerinnen erarbeiteten praxisorientiert gesellschaftlich relevante Themen wie Biodiversität, Artenschutz, Nachhaltigkeit und Tierwohl und konnten eigene Fragen einbringen. Besonders die Erfahrung, dass die Schülerinnen die erfahrungsbasiert in der Natur über die Natur lernen konnten, wurde sehr positiv von der gesamten Gruppe angenommen.
Text und Bild: Annika Keller, Ada-Lovelace-Projekt Universität Trier


