Rückblick auf das 8. Ada Lovelace Networking Event zum Thema „Gamechangerinnen – Frauen in MINT und Sport“

Beim digitalen Networking-Event „Gamechangerinnen – Frauen in MINT und Sport“ des Ada-Lovelace-Projekts kamen Frauen aus Koblenz, Mainz, Kaiserslautern, Bonn, Leipzig, München, Basel und sogar Italien zusammen. Drei Speakerinnen gaben Einblicke in Berufsfelder, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die doch alle dasselbe zeigen: Weibliche Perspektiven in MINT sind nicht optional. Sie sind dringend notwendig.

Den ersten Impuls gab Janine Lerchen, Werkzeugmechanikerin, technische Projektleiterin und internationale Motorsportmechanikerin. Sie schaltete sich direkt von der Rennstrecke in Spa-Francorchamps zu und gab Einblicke in einen Alltag, den sich viele kaum vorstellen können: Hochleistungstechnik unter Renndruck, in einem Umfeld, das noch immer von Männern dominiert wird.

Ihr Weg führte über Praktika, eine Ausbildung, die Automobilindustrie und technische Projektleitung bis an professionelle Rennstrecken. Ihre Botschaft war klar: Man muss nicht perfekt starten – man muss anfangen, ausprobieren und dranbleiben. Kompetenz, Erfahrung und Beharrlichkeit schaffen sich ihren Platz.

Annika Schlag, Studentin der Sportmedizinischen Technik und Mentorin im Ada-Lovelace-Projekt, zeigte, wie viel MINT im Sport steckt, von Laufschuhen über Bewegungsanalysen und Sensorik bis hin zu Leistungsdiagnostik und Rehabilitation. Ihr Weg begann im Kunstradsport, wo sie früh lernte, an Fahrrädern zu schrauben und technische Zusammenhänge praktisch zu begreifen.

Besonders deutlich wurde dabei ein strukturelles Problem: Sportgeräte, Trainingspläne und Studien orientieren sich noch immer häufig an männlichen Körpern und Daten. Weibliche Perspektiven in Forschung und Entwicklung sind keine Frage der Repräsentation – sie sind eine Frage der Qualität.

Dr. Melanie Ludwig zeigte in ihrem Vortrag, wie Datenanalyse, Modellierung, Künstliche Intelligenz und Softwareentwicklung den Sport verändern. In ihrer Forschung beschäftigte sie sich mit Herzfrequenzdaten, Trainingssteuerung und Leistungsmodellierung im Radsport. Heute arbeitet sie als Datenarchitektin im Gesundheitsbereich.

Sie machte deutlich, wie folgenreich das Fehlen weiblicher Perspektiven in der Forschung ist: Ihre gesamten Promotionsdaten stammten ausschließlich von männlichen Probanden, weil Daten von Frauen schlicht nicht verfügbar waren. Ein Startup, dessen sensorbestückte Unterhemden sie für ihre Studie anfragen wollte, antwortete: Das Produkt funktioniere bei Frauen nicht – es war nie für weibliche Körper entwickelt worden.

Was alle drei Vorträge verbindet: MINT-Wege verlaufen selten geradlinig. Sie entstehen durch Ausprobieren, Beharrlichkeit, Mut und durch Menschen, die bestärken statt abbremsen. Und sie zeigen, dass weibliche Perspektiven in Forschung, Entwicklung und Technik keine Frage der Repräsentation sind. Sie sind eine Frage der Qualität. Wir bedanken uns herzlich bei Janine, Annika und Melanie für ihre persönlichen Einblicke und bei allen Teilnehmerinnen für den offenen Austausch und den inspirierenden Abend.

gruppenfotogeschwärzt

Du möchtest beim nächsten Networking-Event dabei sein, selbst als Speakerin auftreten oder Mitglied im Förderverein werden und die Arbeit des Ada-Lovelace-Projekt unterstützen? Alle Informationen findest du auf www.ada-lovelace.de/foerderverein.

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