Wie lassen sich Nachhaltigkeit, Klimawandel und Naturwissenschaften so vermitteln, dass Kinder und Jugendliche selbst entdecken, ausprobieren und Zusammenhänge unmittelbar erleben können? Dieser Frage gingen Mentorinnen des Ada-Lovelace-Projekts der Universität Trier bei der MINT-Wanderung 2026 der MINT-Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald plus nach.
Am 27. August führte die rund vier Kilometer lange Fortbildungswanderung vom Nationalpark-Tor Keltenpark in Nonnweiler-Otzenhausen über den Koppbruchweiher bis zur Primstalsperre. An fünf Stationen erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Themen der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Forstamt Idarwald/Landesforsten Rheinland-Pfalz, dem RLP Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, dem Naturpark Saar-Hunsrück, dem Abfallwirtschaftsbetrieb Nationalparklandkreis Birkenfeld und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald gestaltet.
Dabei stand nicht nur die Vermittlung von Wissen im Mittelpunkt: Viele Methoden konnten direkt ausprobiert und hinsichtlich ihres Einsatzes in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen erprobt werden. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erkundeten die Teilnehmenden beispielsweise die Ausstellung am Keltenpark mithilfe von Rätselbögen, die Schulklassen eine selbstständige und entdeckende Auseinandersetzung mit den Ausstellungsinhalten ermöglichen.
Beim Naturpark Saar-Hunsrück drehte sich alles um den Biber als „Baumeister der Natur“. Mit Anschauungsmaterialien und Elementen aus dem „Biberrucksack“ wurde gezeigt, wie sich ökologische Zusammenhänge, die Gestaltung von Lebensräumen und natürlicher Klimaschutz altersgerecht und handlungsorientiert vermitteln lassen.
Globale Zusammenhänge standen beim interaktiven Weltspiel des Forstamts Idarwald/Landesforsten Rheinland-Pfalz im Mittelpunkt. Auf einer großen Weltkarte machten die Teilnehmenden unter anderem die weltweite Verteilung von Bevölkerung, Einkommen und CO₂-Emissionen sichtbar. So werden abstrakte Zahlen und globale Ungleichheiten auf anschauliche Weise erfahrbar.
Wie sich die Folgen des Klimawandels in Rheinland-Pfalz mit Schülerinnen und Schülern bearbeiten lassen, zeigte das RLP Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen anhand des „KlimaWandelWegs“. Die mobile Lernwerkstatt verbindet naturwissenschaftliche Grundlagen mit regionalen Klimafolgen, gesellschaftlichen Zusammenhängen und Zukunftsperspektiven.
An der fünften Station stellte der Abfallwirtschaftsbetrieb Nationalparklandkreis Birkenfeld seine Bildungsangebote rund um Abfallvermeidung und Mülltrennung vor. Dazu gehört unter anderem ein kostenfrei ausleihbarer „Abfallkoffer“ mit spielerischen Materialien sowie weitere Angebote wie Abfall-Trenn-Spiele, Basteln mit Abfall und Umweltaktionstage.
Für die Mentorinnen des Ada-Lovelace-Projekts bot die Wanderung damit zahlreiche Anregungen für die eigene Bildungsarbeit. Besonders wertvoll war die Verbindung von Naturerlebnis, MINT-Themen und unmittelbar einsetzbaren Methoden. Die bei der Fortbildung kennengelernten Inhalte und Ideen sollen nun in die Arbeit des Ada-Lovelace-Projekts einfließen: Die Mentorinnen können ausgewählte Methoden und Themen aufgreifen und für eigene Workshops mit Kindern und Jugendlichen weiterentwickeln. So wirkt die Fortbildung über den Veranstaltungstag hinaus und trägt dazu bei, Nachhaltigkeits- und Umweltthemen mit praxisnahen MINT-Erfahrungen zu verbinden.
Auch der Austausch mit den regionalen Bildungsakteurinnen und -akteuren lieferte wertvolle Impulse und zeigte, wie vielfältig MINT-Bildung außerhalb des klassischen Unterrichts gestaltet werden kann. Eine rundum gelungene Fortbildung, von der künftig auch die Teilnehmerinnen der Angebote des Ada-Lovelace-Projekts profitieren können.
Weitere Informationen zur Wanderung und zum Projekt MINT-Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald plus.





