Im Schein der Taschenlampen: Eine Amphibien-Expedition am Bienhornbach

Wenn die Dämmerung einsetzt, werden viele Amphibien erst aktiv. Genau zu dieser Zeit machten sich die Teilnehmerinnen eines Sondertermins unserer Veranstaltungsreihe Ada on Tour auf die Suche nach heimischen Amphibien rund um den Bienhornbach in Koblenz-Pfaffendorf. Ausgerüstet mit Taschenlampen und viel Neugier ging es auf eine abendliche Entdeckungstour durch die Natur.

Bereits in den frühen Abendstunden konnten die Teilnehmerinnen Erdkröten und Braunfrösche entdecken und aus nächster Nähe beobachten. Mit zunehmender Dunkelheit wurde die Exkursion besonders aufregend: Nun zeigten sich auch mehrere Feuersalamander, die die feuchten Wege entlangwanderten. So bot sich den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sowohl Vertreter der Froschlurche (Anura) wie Frösche und Kröten als auch der Schwanzlurche (Caudata), zu denen die Feuersalamander gehören, in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Doch beim bloßen Beobachten blieb es nicht: Mit einem Amphibien-Bestimmungsschlüssel machten sich die Teilnehmerinnen selbst daran, die gefundenen Arten zu bestimmen. Dabei lernten sie, woran sich die verschiedenen Amphibien unterscheiden lassen und welche besonderen Merkmale beispielsweise Erdkröte, Braunfrosch und Feuersalamander auszeichnen. Anschließend konnten sie ihr neu erworbenes Wissen bei kleinen Rätseln, einem Quiz und einem Memory unter Beweis stellen und dabei auch weitere heimische Amphibienarten kennenlernen.

Ein besonderer Einblick führte anschließend in die Forschung der AG Bioorganische Chemie der Universität Koblenz. Dort werden die Moleküle untersucht, die in den Sekreten heimischer Amphibien vorkommen. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte Peptide – kurze Eiweißmoleküle, die von verschiedenen Drüsen in der Haut der Tiere abgegeben werden.

Bei den Feuersalamandern konnten während der Exkursion sogar die entsprechenden Hautdrüsen besonders gut erkannt werden:

ada on tour feuersalamander nahaufnahme amphibienexk 26 09 2026

Die von den Drüsen abgegebenen Sekrete erfüllen wichtige Schutzfunktionen. Sie können die empfindliche Haut der Amphibien unter anderem vor Mikroorganismen schützen und spielen auch eine Rolle bei der Abwehr von Fressfeinden. So wurde bei der Exkursion deutlich, dass selbst scheinbar kleine und unscheinbare Details eine wichtige Funktion im Leben der Tiere haben.

Zum Abschluss richtete sich der Blick noch einmal auf die Herausforderungen, denen heimische Amphibien heute gegenüberstehen. Gemeinsam beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit verschiedenen Gefährdungen der Tiere. Von Lebensraumverlust und Veränderungen ihrer Lebensräume bis hin zur Salamanderpest, die insbesondere für Feuersalamander eine große Gefahr darstellt. Dabei wurde auch besprochen, was jede und jeder selbst zum Schutz der heimischen Amphibien beitragen kann.

Die abendliche Tour entlang des Bienhornbaches zeigte eindrucksvoll, wie spannend Natur direkt vor der eigenen Haustür sein kann. Mit etwas Geduld, offenen Augen und einer Taschenlampe lassen sich auch in Koblenz faszinierende Tiere entdecken.

Nach oben scrollen