„Das kann ich!“ – Schülerinnen erobern das Handwerk

Acht Schülerinnen der Klassen 9 und 10 der Schönstätter Marienschule Vallendar nutzten den MINT-Tag ihrer Schule, um sich intensiv mit Berufen rund um Holz zu beschäftigen.

Wer seinen Traumberuf finden will, muss auch anpacken können. Genau diese Erfahrung durften acht Schülerinnen im Rahmen ihres MINT-Tages machen: Statt im Klassenzimmer verbrachten sie einen ganzen Arbeitstag in der Handwerkskammer Koblenz und arbeiteten dort unter Anleitung des erfahrenen Ausbilders Christoph Wolf in der Holzwerkstatt.

Nach einer Führung durch die verschiedenen Werkstätten der Handwerkskammer und ein Hineinschnuppern in die Vielzahl der dort ansässigen Handwerksberufe wurde es ernst für die Schülerinnen. Sie erhielten an diesem Tag die Aufgabe, ein großes Vogelhaus zu bauen. Die Schülerinnen mussten also in einem ersten Schritt das zu verbrauchende Material nebst benötigten Werkzeugen und dann die einzelnen Arbeitsschritte schriftlich planen. Anschließend ging es in die Umsetzung: Die Schülerinnen maßen, sägten, hobelten, schliffen und verschraubten die einzelnen Bauteile mit sichtbarem Feuereifer. Der Ausbilder ließ sie dabei bewusst selbst Hand anlegen, gab Tipps zur Technik und zur Sicherheit und zeigte, worauf es im Handwerk wirklich ankommt: Präzision, Geschick und Stolz auf das eigene Werk. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – am Ende des Tages präsentierte jede der acht Schülerinnen ein fertiges Vogelhaus, das sie ganz allein gebaut hatte.

In der Werkstatt wurde jedoch nicht nur mit Holz gearbeitet.  Zwischen den Arbeitsschritten gab es zahlreiche Gespräche über die berufliche Zukunft: Welche Wege führen nach der Schule wohin? Welcher ist der richtige Schulabschluss für mich? Welche Chancen bietet eine abgeschlossene Ausbildung? Und, auch das war Ausbilder Christoph Wolf wichtig, warum ist der Handwerksberuf für junge Frauen das Richtige? Da an diesem Tag auch zwei angehende Tischlerinnen aus dem zweiten und dritten Lehrjahr in der Handwerkskammer gearbeitet haben, konnten die Schülerinnen aus erster Hand erfragen, welche Gründe für die jungen Frauen ausschlaggebend waren, den Weg ins Handwerk zu wählen. Die Antworten fielen überzeugend pro Handwerk aus und am Ende des Schnuppertages stand ein wichtiger Erkenntnisgewinn: Berufsorientierung funktioniert am besten dann, wenn man einen Beruf nicht nur erklärt bekommt, sondern ihn selbst ausprobieren darf. Die acht Schülerinnen gingen nach dieser Hospitation nicht nur mit einem selbstgebauten Werkstück unter dem Arm nach Hause, sondern auch mit dem Wissen, dass sie selbst mehr können, als sie sich zu Beginn vielleicht zugetraut haben.

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